Aktuell
Editorial
Die Region
Stadt & Land von A - Z
Andernach
Acht
Arft
Baar
Bad Bertrich
Bad Breisig
Bassenheim
Bell
Bermel
Boos
Brohl-Lützing
Burgbrohl
Cochem
Dedenbach
Eich & Kell
Ettringen
Glees
Gönnersdorf
Hatzenport
Herresbach
Hohenleimbach
Kaisersesch
Kempenich
Kirchwald
Kobern-Gondorf
Königsfeld
Kottenheim
Kruft
Langenfeld/Eifel
Langscheid
Lehmen-Moselsürsch
Löf-Kattenes
Lonnig
Mayen
Mendig
Mertloch
Monreal
Moselkern
Müden
Mülheim-Kärlich
Münstermaifeld
Naunheim
Nickenich
Niederdürenbach
Niederzissen
Oberdürenbach
Oberzissen
Ochtendung
Plaidt
Polch
Pommern
Rieden
Saffig
Sankt Johann
Schalkenbach & Vinxt
Siebenbach
Spessart
Thür
Treis-Karden
Uersfeld
Urmitz/Rhein
Virneburg
Volkesfeld
Waldorf
Wassenach
Wehr
Weibern
Weißenthurm
Winningen
"Zissener Ländchen"
erlebenswert von A - Z
Vulkanisches Erbe von A - Z
Wacholderheiden
Wanderland
Naturgenuss Osteifel
Nürburgring von A - Z
Leute & Unternehmen
Reiseerlebnis Osteifel
Gut für Leib & Seele A - Z
Freizeit  & Sport  A - Z
Tradition & Feste
Kostenloser Routenplaner
Archiv
Fotoservice
Kontakt
Impressum


Polch Rathaus

Das Rathaus am Marktplatz (Foto: Ulrich Siewers PR)

Das Städtchen Polch am Nordwestrand des Maifeldes hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Osteifel entwickelt. Dank guter Verkehrsverbindungen und die Nähe zu den Ballungszentren an der Rheinschiene haben sich zahlreiche namhafte Unternehmen im Gewerbe- und Industriegebiet nördlich des Ortes mit direktem Anschluss an die Autobahn A48 niedergelassen. Gleichzeitig entstanden rund um den alten Ortskern neue Wohngebiete, in denen insbesondere junge Familien eine neue Heimat gefunden haben. Zu Polch gehören die Stadtteile Kaan, Ruitsch und Nettesürsch. Den 6 670 Einwohnern stehen moderne Schulen, genügend Ärzte und Dienstleister sowie eine ganze Reihe moderner Einzelhandelsgeschäfte und -märkte zur Verfügung. Darüber hinaus bietet die Stadt ihren Bürgern eine Reihe von Sport- und Freizeiteinrichtungen an.


Siedlungsfunde beweisen, dass die fruchtbare Gegend um und in Polch bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war (Bandkeramikkultur, 5500 bis 4500 v. Chr). Auch die Römer nutzten sie als Kornkammer. Spuren ihrer alten Wege, Villen, Kastelle und Grabstätten sind noch heute aus der Luft (Luftbildarchäologie) deutlich zu erkennen.

Erst im Jahre 1052 taucht der Name Polch in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Eberhard. Das ursprüngliche Reichsgut im Maifeld, das über eine eigene Gerichtsbarkeit verfügte, wurde von einer Gruppe adeliger Ritter verwaltet, die als "Polcher Märker und Erben" bezeichnet wurden. Im Jahre 1354 erwarb Erzbischof Balduin von Trier die Gerichtsbarkeit und setzte einen Vogt ein, der von da an den Grundbesitz verwaltete. Er residierte in der Polcher Burg im Ortskern, der im Mittelalter von einer Wehrmauer und einem Wallgraben umgeben war. Von den Resten der Wehranlagen, die noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts erhalten waren und an deren Vorhandensein die Straßennamen Burggasse, Grabenstraße und Im Wallgraben noch immer Zeugnis geben, ist heute nichts mehr zu sehen.

Bis zur Besetzung der Rheinlande durch die Truppen Napoléons gehörte das Kirchspiel Polch zum Oberamt Münstermaifeld im Kurfürstentum Trier. Unter französischer Verwaltung wurde der Ort ab 1800 Amtssitz (Mairie) und ist heute Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld. Im Jahr 1987 wurden Polch die Stadtrechte verliehen.


Pfarrkirche St. Stephan

Polch Kirche Die über 50 Meter hohen Doppeltürme der katholischen Pfarrkirche St. Stephan prägen weithin sichtbar das Stadtbild von Polch. Das monumentale dreischiffige Hallenbau wurde zwischen 1849 und 1852 im damals beliebten klassizistisch-neoromanischem Stil erbaut. Der romanische Vorgängerbau aus dem 12./13. Jahrhundert war zuvor abgerissen worden.


Die beiden Türme der Pfarrkirche St. Stephanus sind das Wahrzeichen des Ortes (Foto: Ulrich Siewers PR)

Georgskapelle

Polch Georgskapelle Zu den ältesten Kirchen der Eifel zählt die Georgskapelle, die um 1200, vielleicht sogar noch früher entstanden ist. Es gibt Hinweise, dass die Kapelle auf den Resten eines römischen Marstempels errichtet wurde. Der steinerne Kopf, der den Westgiebel des Gotteshauses ziert, wird in einer Polcher Chronik der römischen Fruchtbarkeitsgöttin Ceres zugeordnet. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Türsturz am Eingang des südlichen Seitenschiffs ein wieder verwendetes Grabfragment aus der römischen Epoche, dessen eingemeißelte lateinische Inschrift "Caio attio caro et eius suavissimae uxori amato patruo amatae aviane filii" lautet.

Georgskapelle und Friedhof
(Foto: Ulrich Siewers PR)

Die sehenswerte barocke Innenausstattung der dreischiffigen querhauslosen romanischen Basilika stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Polch GrabkreuzDie Georgskapelle bildet zusammen mit dem sie umgebenden Friedhof aus dem Jahre 1806 eine Denkmalszone. Unter den alten Kastanienbäumen stehen zahlreiche Grabkreuze und -denkmäler aus verschiedenen Epochen, darunter auch solche aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Historisches Grabkreuz von 1638
(Foto: Ulrich Siewers PR)

Ehemalige Synagoge

Ein Reiseführer berichtet im Jahr 1895 über Polch: "2.673 Einwohner (davon 59 Juden), kath. Kirche im romanischen Stil, 2 Kapellen, Synagoge" Die dort erwähnte Synagoge wurde 1867 bis 1877 nach den Plänen des Koblenzer Architekten Hermann Nebel erbaut. In der Kristallnacht wurde auch dieses Gotteshaus  vom Mob der Nationalsozialisten geschändet und in Brand gesetzt. Da die Polcher Feuerwehr rechtzeitig eingriff, brannte die Synagoge nicht vollständig aus. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von der Ortsgemeinde instandgesetzt und dient heute als Raum für kulturelle Veranstaltungen. Die ehemalige jüdische Gemeinde existiert seit dem Holocaust nicht mehr.

Bahnhof Polch

Am 12. November 1904 wurde die Bahnstrecke Mayen - Koblenz feierlich dem Verkehr übergeben. Die neue direkte Zugverbindung verband auch Polch und Ochtendung und damit das fruchtbare Maifeld mit dem großstädtischen Verbraucherzentrum Koblenz. Ab dem 15. März 1916 zweigte von dieser Linie in Polch eröffnete Nebenstrecke nach Münstermaifeld ab, das wegen seiner Viehmärkte damals große Bedeutung hatte.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die zunehmende Verlagerung des Transports von Waren und Personen von der Schiene auf die Straße machte die Bahnlinie in den 1970-er Jahren unrentabel. Am 9. Dezember 1983 verkehrten letztmals Züge auf den Abschnitten Mayen - Ochtendung und Münstermaifeld - Polch. Der Schienenstrang wurde abgebaut.

Polch Bahnhof Heute dient die ehemalige Bahntrasse samt dem Viadukt über dem Nettetal bei Hausen und dem sich danach anschließenden Tunnel als beliebter Radweg. Der alte Bahnhof in Polch entwickelte sich in ein beliebtes Ausflugslokal.



Der ehemalige Bahnhof ist heute ein renommiertes Speiselokal
(Foto: Ulrich Siewers PR)


Der Ortsteil Nettesürsch liegt ein wenig abgelegen nördlich von Polch im Kellbachtal, einem kleinen Nebental des Flüsschens Nette. Um ein etwas windschiefes Kapellchen, das dringend der Renovierung bedarf, gruppieren sich nur wenige Häuser. Früher gab es in Nettesürsch mit einem eigenen Haltepunkt eine Bahnverbindung sowohl nach Mayen - Gerolstein als auch über Polch nach Koblenz. Heute verläuft über die ehemalige Bahntrasse der im Sommer viel befahrene Radweg von Mayen nach Polch.



Die Räder des Förderturms stehen bereits seit Jahren still (Foto: Ulrich Siewers)

Die eigentliche Bedeutung des Ortes liegt tief unter der Erde. Dort liegen beträchtliche Vorkommen eines wertvollen Natursteinproduktes, das vor 400 Millionen Jahren aus feinsten Meeresablagerungen (Tonschlick) entstand und später als Moselschiefer zu Weltruhm gelangte.

Der Schiefer-Bergbau in Nettesürsch geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Abbau über Stollen noch oberhalb der Talsohle. 1928 wurde der jetzige Hauptschacht der Grube Margareta abgeteuft, dessen Schachtgerüst noch in ursprünglichem Zustand ist. Dieser Schacht wurde dann schrittweise bis zu einer Tiefe von 220 m geführt.

Leider ist die Bergwerksromantik in Nettesürsch schon vorbei, denn heute führt ein mit LKW befahrbarer Serpentinen-Tunnel als Hauptförderstollen in die Tiefe. Diese seit 1994 weltweit beachtete Innovation sichert dem Förderunternehmen die notwendige Wirtschaftlichkeit um sich gegen Mitbewerber im Bereich des Tagebaus behaupten zu können.

Wer mehr über das Qualitätsprodukt Moselschiefer erfahren möchte, findet ausführliche Informationen auf der Homepage der Rathscheck-Gruppe >>> hier


Touristinformation der Verbandsgemeinde Maifeld
Marktplatz 4 - 6
D 56751 Polch
fon +49 (0) 26 54 / 94 02 - 120 / 123
fax +49 (0) 26 54 / 94 02 - 48
e-mail: info@maifeld.de

Öffnungszeiten
montags - donnerstags  08.00 - 12.00 h    14.00 - 16.00 h
freitags                         08.00 - 13.00 h

Mehr Informationen gibt es >>> hier