Das seit 2009 veränderte Gesamtkonzept des Nürburgrings - hier die monumentale Straßenfront der "Ringarena" - will zusätzliche Besucher in die Region locken (Foto: Ulrich Siewers PR)
Auch wenn der Nürburgring am äußersten Nordwestrand der Osteifelregion liegt, so ist er ohne Zweifel neben dem Laacher See, der Abteikirche Maria Laach und der Burg Eltz eine der touristischen Hauptattraktionen.
Der Nürburg auf dem Vulkankegel über dem gleichnamigen Ort verdankt die Rennstrecke ihren weltbekannten Namen (Foto: Ulrich Siewers PR)
Die Eifel war zu Beginn des 20. Jahrhunderts extrem
strukturschwach. Nach dem 1. Weltkrieg konnte die Region kaum noch funktionierende Industriebetriebe aufweisen. Die landwirtschaftlichen Erträge der kargen und steinigen Böden in den Höhenlagen reichten kaum zur Ernährung der ohnehin armen Bevölkerung aus.
Auf den schmalen, überwiegend unbefestigten Straßen und Wegen der Eifel waren Automobile damals äußerst selten anzutreffen. Im Gegensatz dazu entwickelte sich in anderen Teilen des Deutschen Reiches ein starker wirtschaftlicher Aufschwung, der die Nachfrage nach motorbetriebenen Fahrzeugen rasant ansteigen ließ. Auch der Motorsport, der durch den 1. Weltkrieg vorüber gehend zu Erliegen gekommen war, erfreute sich neuer Begeisterung.
Die Nachfrage nach immer mehr Motorsportveranstaltungen veranlassten den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) und
den Automobilclub von Deutschland (AvD) zur Forderung nach einer modernen Test- und Rennstrecke zur Unterstützung der deutschen Automobil- und Zweiradfabriken bei der Entwicklung neuer und immer leistungfähigerer Motorfahrzeuge.
In der Eifel konnte sie mit einem derartigen Bauvorhaben gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Wirtschaft ankurbeln und die Strukturschwäche durch die Schaffung von Arbeitsplätzen bekämpfen. Der damalige Landrat des Keises Adenau, Dr. Otto Kreuz, gilt als die treibende Kraft bei dieses Projekts. Dazu benötigte er weitere Unterstützung aus den Kreisen der Politik. Es gelang ihm, wichtige Vertreter, darunter den damaligen Oberbürgermeister von Köln und spätere Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, für sein Projekt zu überzeugen.
So entstand zwischen 1925 und 1928 als
„Notstandsmaßnahme im Rahmen der produktiven
Erwerbslosenfürsorge“ rund um die Nürburg der Neubau einer modernen Rennstrecke "mit Landstraßencharakter". Bis zu 2.500 Arbeiten waren damit beschäftigt, den insgesamt rund 28 km langen Parcours (einschließlich der heute nicht mehr existierenden Südschleife) mit Steigungen, Gefällen, vielen Kurven und schnellen Geraden in der stark hügeligen Eifellandschaft zwischen Adenau, der Hohen Acht und dem Dörfchen Müllenbach zu errichten.
Der feierliche Akt der Grundsteinlegung erfolgte am 27. Februar 1925.
Der Grundstein an der Einfahrt zum alten Fahrerlager (Foto:Wolfgang Pehlemann, WIKIMEDIA)
Mit
dem Eifelrennen
für Motorräder erlebte die fertig gestellte Rennpiste am Samstag 18. Juni 1927 ihre
Premiere. Einen Tag später wurde das erste
Automobil-Rennen gestartet. Sieger wurde der Remagener Rudolf Caracciola. Nach seinem Urteil über die neue"Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke" mit ihren zahlreichen Kurven, Gefällen und
Sprunghügeln gefragt, bezeichnete er sie als "bärig schwer".
Die 22,8 km lange Nordschliefe gehörte zu den
schwierigsten Grand-Prix-Strecken der Welt. Bevor der auch gerne als
"Achterbahn" bezeichnete Abschnitt mit Leitplanken versehen wurde,
begrenzten lediglich Hecken die Piste. Es gab einen Spruch, der lautete: "Hecke auf, Hecke zu, Auto Schrott!"
Bernd Rosemeyer im Auto Union Typ C vor der
berüchtigten
Hecke (1937) (Foto: Bundesarchiv)
Wegen ihrer Gefährlichkeit gab die schottische Grand-Prix-Legende Jackie Stewart der Nordschleife den Namen, dem sie noch immer Ehre macht: Green Hell - Grüne Hölle.
Jackie Stewart im Matra-Ford auf dem Nürburgring 1969 (Foto: Lothar Spurzem-WIKIMEDIA)
Die Rennstrecke in der Eifel gehört zu den anspruchsvollsten und
schwierigsten der Welt. Seit über 80 Jahren zieht der legendäre Parcours
Rennsportbegeisterte rund um den Globus in seinen Bann. Auf der
berüchtigten Nordschleife, respektvoll auch „Grüne Hölle“ genannt, haben
schon Legenden wie Jackie Stewart und James Hunt Motorsportgeschichte
geschrieben. 73 Kurven, Steigungen bis zu 17 Prozent und Gefälle von 11 Prozent verlangen vom Fahrer neben seinem Können vor allem Hochachtung. Lagen die Rundenzeiten der Toppiloten zu Beginn der 1950-er Jahre noch im Schnitt bei 130 km/h erreichten sie 25 Jahre später bereits 190 km/h. Seit Niki Laudas Unfall im Jahr 1976 finden auf diesem Teil
der Strecke keine Grand Prix-Rennen mehr statt. Für die Königsklasse im Rennsport, die Formel 1, war sie zu gefährlich geworden. Trotzdem hat der
Nürburgring bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren.
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Es folgten schwierige Jahre für den Motorsport in der Eifel. Dank des
Engagements der Landesregierung von Rheinland-Pfalz und des ADAC wurde
schließlich eine moderne, völlig neue Grand-Prix-Strecke geplant und
gebaut. Mit der feierlichen Eröffnung 1984 wurde die Zukunft des
gesamten Nürburgrings für die Zukunft gesichert
Von Anfang an durfte die Rennstrecke auch abends oder an rennfreien Wochenenden
gegen Gebühr von Jedermann mit einem Straßenfahrzeug befahren werden.Heute sind die so genannten "Touristenfahrten" auf der legendären Nordschleife nicht nur eine gute Einnahmequelle für die Betreiber, sondern auch für die gesamte Region rund um den Nürburgring.
Auch private Unternehmen nutzen den Nürburgring für Testfahrten und Promotion.
Kundenfahrt im Sportwagen vom Typ Corvette (Foto: Ulrich Siewers PR)
Für alle Fragen steht das Team des Nürburgrings
gerne zur Verfügung: