Die historische Mosenmühle im Brohltal ist auch heute ein Vollerwerbsbetrieb (Foto: Ulrich Siewers PR)
Die Mosenmühle – eigentlich heißt sie "Schweppenburgsmühle" – liegt am Brohlbach nahe der Schweppenburg. Es handelt sich dabei keinesfalls um ein technisches Museum. Müllermeister Rainer Mosen sorgt bereits in der dritten Generation dafür, dass ein traditionsreiches Handwerk nicht ausstirbt. Das Besondere an dieser Mühle liegt darin, dass den größten Teil der benötigten Energie der Brohlbach liefert.
Ein Mühlrad von mehr als sieben Metern im Durchmesser überträgt die Wasserkraft von etwa 40 Pferdestärken auf ein kunstvolles System, das aus quirligen Treibwellen, schwingenden Transmissionsriemen, schnurrenden Zahnrädern und zitternden Achsen besteht und über die verschiedenen Stockwerke der Mühle verteilt reibungslos funktioniert. Mit Worten ist diese Mechanik ebenso wenig zu beschreiben, wie die spezielle Geräuschkulisse, die sie erzeugt. Es rattert und klappert einfach in allen Ecken und Winkeln.
Dabei funktioniert diese auf den ersten Blick primitiv anmutende und altmodische Technik mit unglaublicher Präzision und Zuverlässigkeit seit Jahrzehnten. Lediglich das Mahlwerk selbst und der Transport der unterschiedlichen Mahlgüter arbeiten nach dem neuesten Stand der Technik.
Unter der fachkundigen Führung des Müllermeisters erfahren Besucher allerhand Interessantes darüber, was unser tägliches Brot beinhaltet. Vermahlen werden alle Getreidesorten, jedoch immer mehr Bio-Getreide.
Nicht nur für Schulkinder sondern auch für Erwachsenengruppen ist der Besuch der Mosenmühle eine besondere Attraktion. Im „Mühlenladen“ gibt es außer Mehl verschiedener Getreidesorten, Müsli, Honig und geschrotetes Getreide zu kaufen.
Nicht ohne Stolz führt Meister Rainer Mosen hin und wieder Besuchern in einem Nebengebäude einen bestens erhaltenen Kollergang vor. Dieses Gerät diente früher zum Mahlen von Trass, der unmittelbar rund um die Mühle in Handarbeit gewonnen wurde. Bei diesem speziellen Mahlwerk drehten zwei sich gegenüber aufrechtstehende schwere steinerne Mühlräder, die sogenannten Läufer, auf einer Bodenplatte um eine senkrechte Achse und zermahlten so das grob zerkleinerte Trassgestein zu Trassmehl, das anschließend in Säcke verfüllt wurde. Die Übertragung der benötigten Kraft gelangte über das Mühlrad und ein ausgeklügeltes System von Transmissionen und Räderwerke zum Kollergang. Rainer Mosens Wunschtraum ist seit längerer Zeit, die volle Funktionsfähigkeit wieder herzustellen.
Familie Mosen
An der Schweppenburg
D 56656 Brohl-Lützing
fon +49 (0) 26 33 15 13 fax +49 (0) 26 33 22 59 e-mail info@mosen-muehle.de
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